Covid-19: Schutz der psychosozialen Gesundheit

Covid-19: Schutz der psychosozialen Gesundheit

Patienten wie Pflegekräfte befolgen strikt die Anweisungen der Regierung, wie auch die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen zur Vermeidung einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Doch nicht nur die physische Gesundheit, sondern auch die psychosoziale Gesundheit ist in dieser Krise eine Herausforderung – nicht nur, aber ganz besonders in der 24-Stunden-Pflege, da das Pflegepersonal derzeit nicht einmal bei familiären Krisenfällen nach Hause fahren könnte: ein auf Dauer untragbarer Zustand.

 

Wir befolgen Verhaltensregeln, halten uns an die Heimquarantäne in der Corona-Krise nun schon seit mehr als einer Woche. Doch selbst, wenn wir Viren mit Desinfektionslotionen einfach abwaschen können, so hinterlassen diese Einschränkungen Spuren: es beschäftigen uns zahlreiche Gedanken, Ängst und Sorgen.

Tag für Tag verfolgen wir Nachrichten von Neuinfektionen, von Todesstatistiken, von Stadien, die in Leichenhallen umfunktioniert werden müssen. Dazu kommt für Betreuungskräfte noch die geographische Distanz zur eigenen Familie: Grenzschließungen, Abriegelungen mitten in Europa, die vor wenigen Wochen noch undenkbar waren. bzw. Schließungen. Natürlich fragt man sich „komme ich jemals wieder nach Hause“ und/oder „wann sehe ich meine Familie wieder“, „werde auch ich mich anstecken“ und/oder „wie werde ich meine Rechnungen weiterzahlen“?  Zusätzlich untermauern Ausgangssperren und Isolation die Gefährlichkeit der derzeitigen Lage.

Dadurch wird die Corona-Krise zur Bedrohung durch einen unsichtbaren Feind – die Angst. Im Angstzustand setzen meist Gefühle von Machtlosigkeit und Ohnmacht ein. In der derzeitigen Krise, die für jeden einzelnen für uns ganz konkrete Konsequenzen hat, sind Ängste nachvollziehbar und normal. An keinem von uns gehen diese Wochen des Bangen spurlos vorüber.  Bis dato ging es um Verhaltensregeln der Krankheitsprävention, doch nun wäre es an der Zeit die eigene psychosoziale Gesundheit zu schützen.

 

Gesundheit: der psychosoziale Aspekt ist wichtig
Wolfgang Kutschera, perfekt-betreut.at: „Mut in der Krise statt Angst ist ein wichtiger Faktor für die psychosoziale Gesundheit“

 

  • Annehmen der Situation: Versuchen wir, die Realität zu akzeptieren. Das Akzeptieren des derzeitigen Geschehens formt unsere Sichtweisen. Der tägliche Informationsfluss ist wichtig für uns, allerdings sollten wir uns von Fake News und Horrorszenarien distanzieren.
  • Nicht nur Schwarz sehen – optimistisch denken: Die eigenen Sichtweisen versuchen ins Positive zu lenken und nicht in der Negativspirale stecken bleiben. Epidemien und Pandemien hat es in der Geschichte immer wieder gegeben und wird es auch weiterhin geben, denke man beispielsweise an die Spanische Grippe (Influenzavirus) von 1918 – 1920, die weltweit nahezu 50 Millionen Menschen das Leben kostete, oder auch an den HIV Virus, der bis heute noch stark verbreitet ist. Es wird auch ein Ende der Corona Krise geben. Auch wenn wir derzeit wie in Einzelhaft leben und nicht wissen, was noch alles auf uns zukommt – es wird vorbei gehen. Die gesetzten Maßnahmen werden greifen, die Virusausbreitung einzudämmen. Wissenschaft und Forschung setzen alles daran, Medikamente für die Virusbekämpfung zu entwickeln.
  • Einander Mut machen: Der Kontakt zu Familie, Freunden und Kollegen ist in diesen Krisenzeiten von enormer Wichtigkeit, um sich nicht von der Außenwelt isoliert zu fühlen. Wir können über unsere Gefühle reden wie z.B. uns die Trennung vom Heimatland schwer fällt und auch das Visavis hat die Möglichkeit, sich uns anzuvertrauen. Dadurch entwickeln wir das Gemeinschaftsgefühl „wir sitzen alle im selben Boot“. Einander Mut machen statt Angst schüren, einander beruhigen statt Panik machen.
  • Positive Dinge in der Krise finden: die Krise hat nicht nur Negatives, viel Positives ergibt sich automatisch auf Grund des „Sparmodus“, in dem wir uns derzeit befinden. Eine Entschleunigung der Gesellschaft war vielerorts ein Wunschdenken, nun sind wir durch die Krise gezwungen zu reflektieren, nachzudenken, und auch uns selbst zu entschleunigen. Der Tagesplan unterliegt nun weniger Hektik – sehen wir darin auch eine Chance auf neue Verhaltensmuster.

Die Corona-Krise wird uns noch lange belgeiten, sie kann aber neben all dem Leid auch positive Aspekte beinhalten. Die Welt wird danach nicht mehr so sein wie davor, sondern wahrscheinlich besser.

 

perfekt-betreut.at, März 2020

24-Stunden-Betreuung im Zeichen der Corona-Krise: ein Lagebericht

24-Stunden-Betreuung im Zeichen der Corona-Krise: ein Lagebericht

Die Grenzen zu unseren östlichen Nachbarstaaten (SK, HU, CZ) sind nun alle dicht. Steht die 24-Stunden-Betreuung vor einem Kollaps?

Nein, es gibt jedoch sehr viel Bewegung in verschiedene Richtungen: einige Betreuungskräfte sind in letzter Minute noch abgereist, hier bleiben Lücken, die es zu füllen gilt. Andererseits brechen manche Familien die Betreuung ab, da sie zum Schutz ihrer betreuungsbedürftigen Angehörigen die Sozialkontakte minimieren möchten. Dadurch stehen auch Betreuerinnen plötzlich ohne Familie da, die in der jetzigen Situation aber nicht nach Hause fahren können.

Der Großteil des Betreuungspersonals hat sich aufgrund der Grenzschließungen aber dafür entschieden, den Dienst bei ihren Patienten zu verlängern. Auch wir plädieren für diese Lösung, da damit Patient und Betreuer gleichermaßen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt wird. Es ist wünschenswert, dass derzeit kein Betreuerwechsel vorgenommen wird: die Ansteckungsgefahr wäre zu groß, dass Viren von „draußen“ eingeschleppt werden. In den letzten Tagen haben sich bereits sehr viele Betreuerinnen mit den Patienten in den Wohnungen „verschanzt“, um sich entsprechend zu schützen.

COVID19 Coronavirus und die 24-Stunden-Betreuung
24-Stunden-Betreuung in Zeiten der Corona-Krise: notwendige Maßnahmen und Hilfeleistung für Patienten und Betreuungskräfte

Das ist ein Ausnahmezustand – nur wann wird der Zeitpunkt kommen, an dem Grenzen der Belastbarkeit erreicht sind?

Mit physischen und psychischen Belastbarkeitsgrenzen werden wir fortlaufend zu tun haben – hier gilt es individuelle Lösungen auszuarbeiten. Zusammenarbeit ist nun das Gebot der Stunde: mit Interessensvertretungen, anderen Agenturnetzwerken, wie auch Entscheidungsträgern.

Denn zahlreiche Betreuerinnen vor Ort sind einer enormen physischen wie auch psychischen Belastung an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Alleine das Wissen, hier bleiben zu müssen und nicht nach Hause gehen zu können, bedeutet psychischen Stress. Mitunter ist das Internet die einzige Kontaktmöglichkeit mit der eigenen Familie im Herkunftsland bzw. zur Außenwelt generell. Selbst wenn Familienmitglieder der Betreuerinnen erkranken, ist derzeit eine Ausreise von Österreich nicht durchführbar.

 

Wie kann man das Betreuungspersonal unterstützen?

Das ist primär die Aufgabe von uns Agenturen, denn wir sind die ersten Ansprechpartner für die Betreuerinnen vor Ort. Es ist sehr wichtig, dass sich keine unserer  Betreuerinnen alleingelassen fühlt. Wir führen unzählige Telefonate, fragen aktiv nach und wirken beruhigend ein. Denn es gibt überall das Bedürfnis, die gegenwärtige Situation zu besprechen, und die eigenen Ängste teilen zu können. Das Gefühl des „Verstanden-Werdens“ gibt Mut und Hoffnung. Dabei geht es vor allem um die mentale Unterstützung der Betreuungskräfte, die wochenlang ihr Bestes geben und dabei an ihre Grenzen gehen.

 

perfekt-betreut.at, 17. März 2020

Weihnachten 2019

Weihnachten 2019

Wir möchten uns nicht nur bei unseren Betreuern bedanken, welche die Weihnachtsfeiertage weit weg von ihren Familien hier in Österreich bei ihren Patienten verbringen.

Unser Dank gilt auch ihren Angehörigen, die dieses Weihnachtsfest ohne die Mama oder den Papa, ohne den Ehemann oder die Ehefrau feiern müssen.

DANKE für Ihren Einsatz, der so vielen hilfsbedürftigen Menschen ein schönes Weihnachtsfest ermöglicht.

Wie gehe ich mit Demenz um?

Wie gehe ich mit Demenz um?

Nicht jeder Demenzpatient zeigt dieselben Symptome: jede/r bringt eine andere Lebensgeschichte mit. Für Betroffene und Angehörige gibt es daher keine einheitlichen Antworten auf Fragen und Probleme. Es hilft jedoch sich über die Krankheit zu informieren, denn ein umfassendes Wissen über Demenz wird mit Sicherheit dazu beitragen können Verhaltensweisen Betroffener besser zu verstehen. 

 

Zunehmende Vergesslichkeit

Dass die geistige Leistungsfähigkeit kontinuierlich abnimmt wird von den Betroffenen meist schon Jahre vor der medizinischen Diagnose von Alzheimer oder einer anderen dementiellen Erkrankung wahrgenommen. Doch wie gehen die Betroffenen damit um?

Manche Personen leiden unter einer depressiven Verstimmung, ziehen sich zurück oder verdrängen ihre Erkrankung. Anderen versuchen aktiv, die Veränderungen zu akzeptieren. Das Empfinden von Angst, Wut, aber auch Frust ist in dieser Situation normal. Manchen hilft es mit anderen Personen über die Gefühle zu sprechen, andere wollen das überhaupt nicht oder wehren sich dagegen.

Der offene Umgang mit Demenz ist nicht nur für Betroffene meist hilfreich, sondern vor allem auch für Außenstehende, die mit einer Erklärung für sich ändernde Verhaltensweisen meist besser mit Situationen umgehen können als ohne offene Aussprache.

 

Welche Bedürfnisse haben an Demenz erkrankte Menschen?

An Demenz erkrankte Personen haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse, es sind jedoch keine demenz-spezifischen Bedürfnisse benennbar. Das Bedürfnis nach Schutz und Geborgenheit, aber auch die Notwendigkeit eines geregelten Alltags (ganz wichtig: das Umstellen von Gegenständen in den Wohnräumen sollte wenn möglich vermieden werden) nehmen mit fortschreitender Krankheit zu. Demenzpatienten möchten jedoch frei und eigenständig entscheiden – und das in der Regel bis in sehr späte Stadien dieses Krankheitsbilds.

 

Wie kann man Konflikte mit einem Demenzpatienten vermeiden?

Betroffene wie auch Angehörige sollten über das Thema offen sprechen. Wird die Krankheit geleugnet, so enstehen sehr rasch konfliktreiche Situationen: Betroffene werden nicht ernst genommen und fühlen sich übergangen, rasch wird dem Betroffenen ein Vorwurf gemacht. Durch umfassende Information lassen sich derartige Situationen leicht vermeiden.Beratungsstellen für Demenpatienten gibt es zahlreiche. Es ist daher wichtig, dass Informationen zu einem frühen Zeitpunkt eingeholt werden, damit sich nicht nur die Betroffenen, sondern auch das soziale Umfeld auf die neuen Gegebenheiten einstellen kann und informiert den/die Betroffene/n im Krankheitsverlauf mitbegleiten kann.

Berücksichtigen Sie auch die Lebensgeschichte des Patienten! Geht es um Personen, die in ihrem Arbeitsleben stets eine große personelle Verantwortung tragen mussten? Oder war der Demenzpatient früher ein eher introvertierter Mensch? All diese Faktoren sind zu berücksichtigen, um eine wertschätzende Kommunikation mit einem an Demenz erkrankten Menschen aufbauen zu können.

 

perfekt-betreut, März 2019

24 Stunden Betreuung: Erfahrungen in Wien

24 Stunden Betreuung: Erfahrungen in Wien

Wir begleiten Betreuungsverhältnisse in der 24 Stunden Betreuung nun schon seit 5 Jahren – die meisten unserer Klienten sind im Stadtgebiet von Wien zu Hause. Ist Wien auch im Bereich der Betreuung und Pflege anders? Wir finden ja, denn oft entscheiden Faktoren wie der begrenzte Wohnraum bei der Auswahl nach der optimalen Betreuung mit.

 

Ein breites Agenbot für Senioren

In der Bundeshauptstadt Wien gibt es zahlreiche Angebote für Senioren – von Tageszentren über Seniorenclubs bis hin zur Betreuung im Eigenheim. Die Versorgungsdichte ist hoch, und so stehen auch meist mehrere Alternativen für eine optimale Betreuung zur Auswahl. Dies ist mit Sicherheit ein Vorteil im Vergleich zum Angebot in ländlichen Regionen, wo die seniorenspezifische Infrastruktur naturgemäß weniger stark ausgebaut ist und rasch längere Distanzen zurückzulegen sind. Nicht nur der exzellent ausgebaute öffentliche Verkehr bietet in Wien Senioren die Möglichkeit mobil zu sein, auch das Taxinetz sorgt dafür, dass man rasch jeden Winkel der Stadt erreichen kann.

Begrenzter Wohnraum

In Wien ist, wie in jeder Großstadt, der Wohnraum sehr kostspielig. Daher beeinflusst die Wohnungsgröße häufig auch die Wahl einer Betreuungsform – insbesondere der Möglichkeit einer 24 Stunden Betreuung, da für hierfür ein separates Zimmer für das Betreuungspersonal gesetzlich vorgesehen ist. In den meisten Fällen wird eine Lösung durch Schaffung räumlicher Trennung gefunden, manchmal sind jedoch tatsächlich nur alternative Betreuungsformen möglich.

Beliebter Arbeitsort für das Betreuungspersonal

Wenn man Betreuerinnen und Betreuern Stellen in Wien anbietet, so wird dies in den meisten Fällen als Pluspunkt gewertet: viele Pflegekräfte möchten in Wien nicht nur aufgrund der städtischen Struktur arbeiten, sondern sie schätzen auch die Nähe der Bundeshauptstadt zu ihrer Heimat. An- und Abreise sind somit deutlich kürzer als in die westlichen Bundesländer. Auch die Transportunternehmen aus den Heimatländern bedienen praktisch allesamt Wien – ein Vorteil bezüglich Flexibilität und Zeitersparnis.

Viele Anbieter erschweren Überblick zu bewahren

Dass die mit Abstand größte Stadt des Landes auch zahlreiche Anbieter in der Seniorenbetreuung anzieht, verwunder nicht. Viele engagierte Organisationen im Bereich der Betreuung wie auch Hauskrankenpflege bemühen sich um qualitativ hochwertige Dienstleistungen, investieren in die Ausbildung ihrer Betreuungskräfte und sind in ihrer Funktion als Entlastung für Angehörige wie auch als Alternative zu stationären Betreuungsformen eine verlässliche Stütze der Gesellschaft. Gleichzeitig gibt es leider auch immer wieder Anbieter, die Betreuungsleistungen zu vermeintlich unschlagbar niedrigen Preisen anbieten. Darunter leidet natürlich auch die Qualität und Betreuung wird oft zur Belastung. Daher ist es bei einem breiten Angebot umso wichtiger, dass gut selektiert und abgewogen wird, damit die Leistung auch den Anforderungen entspricht.

perfekt-betreut, März 2019

Schlafprobleme bei Demenz: ein typisches Symptom

Schlafprobleme bei Demenz: ein typisches Symptom

Demenz fördert Schlafprobleme

Häufig werden bei an Demenz erkrankten Personen Schlafprobleme bzw. ein gestörter Tages- und Nachtrhythmus beobachtet. Nächtliche Unruhe, dafür häufige Müdigkeit während des Tages sind Anzeichen dafür, dass körpereigene Stoffe den Tages- und Nachtrhythmus nicht mehr entsprechend regulieren können.  Schlafmittel, auch Hypnotika genannt, fördern das Ein- und Durchschlafen und können bei Schlafstörungen eine erholsame Nachtruhe ermöglichen. In der Kategorie der Schlafmittel gibt es zahlreiche Präparate, meist wird nach Wirkungsstärke klassifiziert. Vor allem in der Betreuung zu Hause durch Angehörige oder im Rahmen einer 24 Stunden Betreuung ist es wichtig darauf zu achten, dass die Dosierung so niedrig wie möglich gehalten wird, um motorische Einschränkungen wie auch andere unerwünschte Nebenwirkungen dieser Arzneimittel weitgehend zu vermeiden.

Pflanzliche Wirkstoffe

Baldrian, Hopfen, Melisse, Kava-Kava und Passionsblumenkraut enthalten sedierende (beruhigende) Wirkstoffe. Die Wirkung ist meist gering, oft helfen pflanzliche Wirkstoffe lediglich beim besseren Einschlafen, nicht aber beim Durchschlafen und sind in Verbindung mit dementiellen Krankheitsbildern meist ungeeignet. Vorteilhaft bei dieser Wirkstoffklasse ist das geringe Risiko einer Abhängigkeit, dafür ist jedoch auch der Effekt gering und eignet sich eher für Patienten, deren Schlafprobleme nicht die Symptome einer Erkrankung sind.

 

Antihistaminika

Antihistaminika (H1-Antagonisten) werden meist gegen Allergien eingesetzt, wie zum Beispiel Heuschnupfen. Als Nebeneffekt haben sie jedoch auch eine schlafeinleitende Funktion und werden daher in der Medizin häufig auch als schwaches Schlafmittel genützt. Vorteil dieser Produkte ist die meist rezeptfreie Verfügbarkeit in der Apotheke sowie eine gute sedierende Wirkstärke. Für Alzheimerpatienten ist jedoch auch diese Medikationsklasse meist nicht ausreichend.

 

Antidepressiva und Neuroleptika

Antidepressiva weisen eine lange Wirkdauer auf, sie sind daher als Durchschlafmittel aufgrund der hypnotischen Wirkstärke und -dauer gut geeignet. Eine physische Abhängigkeit ist nicht zu erwarten, potentielle unerwünschte Nebenwirkungen mehren sich jedoch in dieser Arzneimittelklasse. Herzrhythmusstörungen oder auch epileptische Anfälle werden hier als unerwünschte Nebenwirkungen angeführt. Neuroleptika eigenen sich als Schlafmittel bei älteren Patienten wie auch bei Demenzpatienten besonders, weil sie keine paradoxen Reaktionen auslösen. Neuroleptika sollten jedoch nicht bei Patienten mit M. Parkinson eingesetzt werden.

Benzodiazepine

Benzodiazepine gehören zu den gebräuchlichsten starken Schlafmitteln und haben neben ihrer schlaffördernden Eigenschaft auch eine angst- und krampflösende Wirkung, sie beruhigen und Muskel erschlaffen. Benzodiazepine haben ein starkes Abhängigkeitspotential, sie dürfen daher nicht abrupt abgesetzt werden, da dies ansonsten zu verstärkten Schlafstörungen, Ängsten und Unruhe führen kann. Bei älteren Patienten haben Benzodiazepine häufig eine paradoxe Wirkung und führen zur Unruhe, Verwirrtheit, Benommenheit und Störungen der Merkfähigkeit.

 

Schlafmittel Klassifizierunt und Wirkstärke
Schlafprobleme bei Demenz

perfekt-betreut.at, Februar 2019

Aktivierende Besuchsdienste für Senioren in Wien

Aktivierende Besuchsdienste für Senioren in Wien

Im Rahmen von aktivierenden Besuchsdiensten werden mithilfe von gezielten Fragetechniken, Biographiearbeit und kognitiv fordernden Aktivitäten während eines Spaziergangs oder in gemütlicher Atmosphäre vorhandene Kompetenzen gestärkt. Vor allem für an Demenz erkrankten Personen sind komplexe Handlungen wie auch schnelle Abfolgen (Bsp. Film und Fernsehen) zunehmend schwerer zu verfolgen. Hier ist ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen entscheidend, da Betroffene weder unter- noch überfordert werden sollen.

Es gibt nicht den Menschen mit Demenz – jeder Einzelne hat individuelle Vorlieben und Abneigungen, die zu berücksichtigen sind. Auch das Stadium der Demenz spielt eine große Rolle. Mithilfe von Biographiearbeit wird ein Blick in die Lebensgeschichte des betroffenen Menschen möglich: Wie ist die Person aufgewachsen, welchen Beruf hatte sie, was kennt und mag sie, was kann sie heute noch? Durch Fotoalben, alten Büchern, Bildbänden oder Gegenständen aus früherer Zeit können Erinnerungen wachgerufen werden, die oft präsenter sind als das aktuelle Geschehen.

Die Bewegung aktiviert durch regelmäßige Spaziergänge, da anregende Erlebnisse außer Haus wohltuend und belebend auch für Menschen mit Demenz sind. Für viele Demenzpatienten ruft auch das Hören und Mitsingen von vertrauter Musik Erinnerungen ab, wodurch dem Gedächtnisverlust entgegengewirkt wird. Beim Einsatz von Spielen geht es meist nicht um das Erlernen neuer Spielregeln, sondern um das Abrufen von Erinnerungen, die aus der Kindheit her vertraut sind. Bei Bedarf müssen dabei die Spielregeln verändert und an die Möglichkeiten des Menschen mit Demenz angepasst werden.

Aktivierende Besuche stellen eine willkommene Abwechslung für Senioren dar. Sie werden ausschließlich von Betreuungskräften mit entsprechender Zusatzqualifikation wahrgenommen.