Corona-Testkapazitäten werden zum Problem in der 24-Stunden-Betreuung

Corona-Testkapazitäten werden zum Problem in der 24-Stunden-Betreuung

Pflegekräfte, die in der 24-Stunden-Betreuung tätig sind, müssen für die Einreise nach Österreich aus Risikogebieten wie Rumänien oder Bulgarien negative PCR-Tests, die nicht älter als 72 Stunden sind, mitführen. Andernfalls werden sie an der Grenze abgewiesen. Diese Maßnahme ist aus gesundheitspolitischen Gründen nachvollziehbar, es kommt aber zunehmend zu logistischen Problemen, welche für die 24-Stunden-Betreuung zur großen Herausforderung werden.

Rodica C. pendelt nun schon seit knapp 8 Jahren zwischen Rumänien und Österreich, um hier ihrer Arbeit als selbständige Personenbetreuerin in der 24-Stunden-Pflege nachzugehen. Das vergangene halbe Jahr konnte sie aufgrund des Corona Lock-downs und der eingeschränkten Reisemöglichkeiten nicht arbeiten. Ihre Kollegin musste hingegen monatelang durcharbeiten. Nachdem die Grenzschließungen aufgehoben wurden, kann sich Rodica C. nun endlich auf den Weg zu ihrem Arbeitsplatz in Österreich machen.

Dass ein negativer PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, als Einreisebedingung nach Österreich von den österreichischen Behörden verlangt wird, das weiß sie. Rodica C. meldet sich daher 3 Wochen vor der geplanten Reise bei einem Labor in Arad – eine Stadt in Westrumänien – an. Fast zu spät, wie ihr mitgeteilt wird, denn Voranmeldungen sind mindestens ein Monat vor dem Test zu machen. Der Andrang ist enorm, da nicht nur 24-Stunden-Betreuerinnen nach Österreich zur Arbeit müssen, sondern tausende Arbeitnehmer aus verschiedenen Branchen.

Am vereinbarten Tag – am Vortag der geplanten Reise nach Österreich – reist Rodica C. von ihrem Heimatort in die 80km entfernte Stadt Arad. Dort wird der erforderliche Abstrich gemacht, die Auswertung dauert 24 Stunden. Das bedeutet eine Nacht im Hotel. Rodica C. zahlt das Hotel und hofft auf Verständnis der Familie in Österreich, damit diese für die Mehrkosten aufkommt. Ob das klappt, weiß sie zu diesem Zeitpunkt nicht. Wahl hat sie ohnehin keine, denn sie muss nach so langer Pause wieder arbeiten.

Am nächsten Tag fährt Rodica C. zum Labor, denn die Testergebnisse sollen ab 12 Uhr abholbereit sein. Dort angekommen wartet sie geduldig – 2 Stunden vergehen. Sie hat noch genügend Zeit, denn der Bus fährt um 17 Uhr. Als sie um 15 Uhr noch immer kein Testergebnis erhalten hat, macht sie auf ihre Situation und die geplante Abreise nach Österreich aufmerksam. Doch in derselben Lage befinden sich sämtliche Wartende: alle haben ihre Abreise geplant, viele von ihnen müssen ihre Kolleginnen am Folgetag ablösen, da diese ihrerseits die Heimreise bereits gebucht haben.

Die Labormitarbeiterin, welche die Testergebnisse ausgibt, bittet um Aufmerksamkeit: „Aufgrund des hohen Andrangs ist es uns nicht weiter möglich, die Testergebnisse auch noch zu übersetzen. Ab sofort werden alle Testergebnisse in rumänischer Sprache ausgestellt. Übersetzen müssen Sie das woanders lassen.“ Um 16 Uhr hält Rodica C. nun endlich ihr negatives PCR-Testergebnis in der Hand, das aber noch übersetzt werden muss. Der Bus geht in einer Stunde.

Rodica C. weiß sich keinen Rat mehr, denn mit diesem Testergebnis wird sie die Grenze nicht passieren dürfen. Sie informiert die Kollegin, die Agentur, die Familie. Auch beim Fahrtendienst ruft sie an, um mitzuteilen, dass sie einen negativen PCR-Test hat, wobei die Übersetzung ins Englische oder Deutsche fehlt. Dort erfährt sie, dass es anderen Fahrgästen ähnlich geht. Schnell wird über den Fahrer noch ein Übersetzungsbüro kontaktiert – die erste Zwischenstation nach der Abfahrt. Mit 3-stündiger Verspätung macht sich der Bus dann auf in Richtung Österreich. Hoffentlich kommt es zu keinen langen Grenzwartezeiten oder Staus auf der Strecke, damit die geplanten Wechsel in der Personenbetreuung lückenlos vollzogen werden können.

Diese Gesamtsituation hat entscheidenden Einfluss auf die Qualität der 24-Stunden-Betreuung, denn rasche Wechsel wie bei einem Krankheitsfall einer Betreuungskraft sind so gut wie unmöglich. Lange Vorlaufzeiten verhindern die rasche Organisation einer Ablöse, und auch bei einem regulären Wechsel ist es aufgrund der Überlastung der Labore nicht immer sichergestellt, dass dieser auch wie geplant durchgeführt werden kann. Diese Belastung für die 24-Stunden-Betreuung wird hoffentlich bald durch die Errichtung von Teststraßen an den Grenzen entschärft, die ja schon seit längerer Zeit beschlossen ist. Denn die Verantwortung der Testdurchführungen in die Hände von Staaten zu legen, deren Gesundheitssysteme schon langfristig mit gravierenden Problemen kämpfen, kann keine Dauerlösung sein.    

perfekt-betreut.at, August 2020

24-Stunden-Betreuung muss sich langfristig auf Veränderungen einstellen

24-Stunden-Betreuung muss sich langfristig auf Veränderungen einstellen

Die Basis des bisherigen Modells der 24-Stunden-Betreuung ist ein uneingeschränkter Grenzverkehr. Die Ein- und Durchreisebestimmungen europäischer Länder ändern sich nun laufend, um die Verbreitung des COVID-19 einzudämmen. Das stellt die Pflege in Österreich vor neue Herausforderungen: es muss flexibel reagiert werden, und dafür braucht es auch flexiblere rechtliche Rahmenbedingungen.

Pflegekräfte pendeln in der 24-Stunden-Betreuung in regelmäßigen Abständen zwischen Betreuungsplatz und Heimatland. Wir haben aus den vergangenen Monaten gelernt, dass Hürden beim Grenzübertritt zur Realität geworden sind. Wir haben auch gelernt, dass Regierungen per Verordnungen Grenzen innerhalb weniger Stunden schließen: Planungen müssen daher kurzfristig abgeändert werden. All das schaffen wir nur, indem wir uns rasch auf neue Gegebenheiten einstellen.

Die Hürden im innereuropäischen Reiseverkehr macht Pflege teurer, denn die Auswirkungen sind längere Wartezeiten, weniger Reiseanbieter, erhöhte Fahrpreise, wie auch gesteigerte Kosten aufgrund medizinischer Voraussetzungen – Stichwort PCR Test als Einreisebedingung. Es wäre daher zu begrüßen, dass an Grenzübergängen nach Österreich PCR-Teststraßen eingerichtet werden, um Schnelltests durchführen zu können. Somit wäre sichergestellt, dass Pflegekräfte ihre Arbeit unverzüglich nach Ankunft bei der Betreuungsstelle aufnehmen können. Und auch Familien hätten die Absicherung, dass sie sich auf einen in Österreich durchgeführten PCR-Test verlassen können.

Es ist allgemein bekannt, dass die 24-Stunden-Betreuung mit geringer finanzieller Unterstützung durch die öffentliche Hand auskommen muss – daran hat Corona wenig geändert. Die angesprochenen Mehrkosten stellen daher für die Betroffenen (Familien-PflegerInnen-Agenturen) eine zusätzliche Belastung dar, die auf Dauer nicht ohne Unterstützung auskommen wird. 24-Stunden-Pflege darf nicht finanziell noch belastender werden als bisher, denn dadurch wird diese Betreuungsform noch selektiver und ist somit nur für einkommensstarke Familien zugänglich. Diese Gefahr besteht, wenn nicht bald erkannt wird, dass wir uns langfristig auf die jetzige Situation einstellen müssen und sie nicht trügerisch als kurzfristige Übergangsphase behandeln dürfen.

Wir fordern daher, dass Pflegekräfte bei Einreise an der Grenze nach Österreich einen staatlich finanzierten PCR-Test machen können. Zusätzlich braucht es eine Infrastruktur für Infektionen: derzeit hoffen wir alle, dass es zu keinen Ansteckungen kommt, denn es existiert kein Plan für diesen Fall. Klar ist, dass Betreuerinnen in Österreich keine Möglichkeit einer Heimquarantäne haben, aber in diesem Fall auch nicht ausreisen können. Daher müssen wir uns für diese Fälle rüsten. Denn das Infektionsrisiko wird uns nun länger begleiten: eines der wenigen Dinge, die wir derzeit mit Sicherheit wissen.   

perfekt-betreut.at, Juli 2020

Foto: Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige „Es hilft alles nichts, da muss ich jetzt durch!“ Tapfere Worte einer pflegenden Angehörigen. Denen ich leider zustimmen muss, obwohl ich um die Belastungen meiner Klientin weiß und es mir sonst immer ein Anliegen ist nach Entlastungsangeboten zu suchen, an einer Veränderung der überfordernden Situation zu arbeiten oder zu ermutigen […]

über Was geht noch, in Zeiten wie diesen? Unser Appell an betreuende und pflegende Angehörige: Bleiben Sie mit Ihrer Situation nicht alleine! — Pflegende Angehörige

Covid-19: Schutz der psychosozialen Gesundheit

Covid-19: Schutz der psychosozialen Gesundheit

Patienten wie Pflegekräfte befolgen strikt die Anweisungen der Regierung, wie auch die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen zur Vermeidung einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Doch nicht nur die physische Gesundheit, sondern auch die psychosoziale Gesundheit ist in dieser Krise eine Herausforderung – nicht nur, aber ganz besonders in der 24-Stunden-Pflege, da das Pflegepersonal derzeit nicht einmal bei familiären Krisenfällen nach Hause fahren könnte: ein auf Dauer untragbarer Zustand.

 

Wir befolgen Verhaltensregeln, halten uns an die Heimquarantäne in der Corona-Krise nun schon seit mehr als einer Woche. Doch selbst, wenn wir Viren mit Desinfektionslotionen einfach abwaschen können, so hinterlassen diese Einschränkungen Spuren: es beschäftigen uns zahlreiche Gedanken, Ängst und Sorgen.

Tag für Tag verfolgen wir Nachrichten von Neuinfektionen, von Todesstatistiken, von Stadien, die in Leichenhallen umfunktioniert werden müssen. Dazu kommt für Betreuungskräfte noch die geographische Distanz zur eigenen Familie: Grenzschließungen, Abriegelungen mitten in Europa, die vor wenigen Wochen noch undenkbar waren. bzw. Schließungen. Natürlich fragt man sich „komme ich jemals wieder nach Hause“ und/oder „wann sehe ich meine Familie wieder“, „werde auch ich mich anstecken“ und/oder „wie werde ich meine Rechnungen weiterzahlen“?  Zusätzlich untermauern Ausgangssperren und Isolation die Gefährlichkeit der derzeitigen Lage.

Dadurch wird die Corona-Krise zur Bedrohung durch einen unsichtbaren Feind – die Angst. Im Angstzustand setzen meist Gefühle von Machtlosigkeit und Ohnmacht ein. In der derzeitigen Krise, die für jeden einzelnen für uns ganz konkrete Konsequenzen hat, sind Ängste nachvollziehbar und normal. An keinem von uns gehen diese Wochen des Bangen spurlos vorüber.  Bis dato ging es um Verhaltensregeln der Krankheitsprävention, doch nun wäre es an der Zeit die eigene psychosoziale Gesundheit zu schützen.

 

Gesundheit: der psychosoziale Aspekt ist wichtig
Wolfgang Kutschera, perfekt-betreut.at: „Mut in der Krise statt Angst ist ein wichtiger Faktor für die psychosoziale Gesundheit“

 

  • Annehmen der Situation: Versuchen wir, die Realität zu akzeptieren. Das Akzeptieren des derzeitigen Geschehens formt unsere Sichtweisen. Der tägliche Informationsfluss ist wichtig für uns, allerdings sollten wir uns von Fake News und Horrorszenarien distanzieren.
  • Nicht nur Schwarz sehen – optimistisch denken: Die eigenen Sichtweisen versuchen ins Positive zu lenken und nicht in der Negativspirale stecken bleiben. Epidemien und Pandemien hat es in der Geschichte immer wieder gegeben und wird es auch weiterhin geben, denke man beispielsweise an die Spanische Grippe (Influenzavirus) von 1918 – 1920, die weltweit nahezu 50 Millionen Menschen das Leben kostete, oder auch an den HIV Virus, der bis heute noch stark verbreitet ist. Es wird auch ein Ende der Corona Krise geben. Auch wenn wir derzeit wie in Einzelhaft leben und nicht wissen, was noch alles auf uns zukommt – es wird vorbei gehen. Die gesetzten Maßnahmen werden greifen, die Virusausbreitung einzudämmen. Wissenschaft und Forschung setzen alles daran, Medikamente für die Virusbekämpfung zu entwickeln.
  • Einander Mut machen: Der Kontakt zu Familie, Freunden und Kollegen ist in diesen Krisenzeiten von enormer Wichtigkeit, um sich nicht von der Außenwelt isoliert zu fühlen. Wir können über unsere Gefühle reden wie z.B. uns die Trennung vom Heimatland schwer fällt und auch das Visavis hat die Möglichkeit, sich uns anzuvertrauen. Dadurch entwickeln wir das Gemeinschaftsgefühl „wir sitzen alle im selben Boot“. Einander Mut machen statt Angst schüren, einander beruhigen statt Panik machen.
  • Positive Dinge in der Krise finden: die Krise hat nicht nur Negatives, viel Positives ergibt sich automatisch auf Grund des „Sparmodus“, in dem wir uns derzeit befinden. Eine Entschleunigung der Gesellschaft war vielerorts ein Wunschdenken, nun sind wir durch die Krise gezwungen zu reflektieren, nachzudenken, und auch uns selbst zu entschleunigen. Der Tagesplan unterliegt nun weniger Hektik – sehen wir darin auch eine Chance auf neue Verhaltensmuster.

Die Corona-Krise wird uns noch lange belgeiten, sie kann aber neben all dem Leid auch positive Aspekte beinhalten. Die Welt wird danach nicht mehr so sein wie davor, sondern wahrscheinlich besser.

 

perfekt-betreut.at, März 2020

24-Stunden-Betreuung im Zeichen der Corona-Krise: ein Lagebericht

24-Stunden-Betreuung im Zeichen der Corona-Krise: ein Lagebericht

Die Grenzen zu unseren östlichen Nachbarstaaten (SK, HU, CZ) sind nun alle dicht. Steht die 24-Stunden-Betreuung vor einem Kollaps?

Nein, es gibt jedoch sehr viel Bewegung in verschiedene Richtungen: einige Betreuungskräfte sind in letzter Minute noch abgereist, hier bleiben Lücken, die es zu füllen gilt. Andererseits brechen manche Familien die Betreuung ab, da sie zum Schutz ihrer betreuungsbedürftigen Angehörigen die Sozialkontakte minimieren möchten. Dadurch stehen auch Betreuerinnen plötzlich ohne Familie da, die in der jetzigen Situation aber nicht nach Hause fahren können.

Der Großteil des Betreuungspersonals hat sich aufgrund der Grenzschließungen aber dafür entschieden, den Dienst bei ihren Patienten zu verlängern. Auch wir plädieren für diese Lösung, da damit Patient und Betreuer gleichermaßen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt wird. Es ist wünschenswert, dass derzeit kein Betreuerwechsel vorgenommen wird: die Ansteckungsgefahr wäre zu groß, dass Viren von „draußen“ eingeschleppt werden. In den letzten Tagen haben sich bereits sehr viele Betreuerinnen mit den Patienten in den Wohnungen „verschanzt“, um sich entsprechend zu schützen.

COVID19 Coronavirus und die 24-Stunden-Betreuung
24-Stunden-Betreuung in Zeiten der Corona-Krise: notwendige Maßnahmen und Hilfeleistung für Patienten und Betreuungskräfte

Das ist ein Ausnahmezustand – nur wann wird der Zeitpunkt kommen, an dem Grenzen der Belastbarkeit erreicht sind?

Mit physischen und psychischen Belastbarkeitsgrenzen werden wir fortlaufend zu tun haben – hier gilt es individuelle Lösungen auszuarbeiten. Zusammenarbeit ist nun das Gebot der Stunde: mit Interessensvertretungen, anderen Agenturnetzwerken, wie auch Entscheidungsträgern.

Denn zahlreiche Betreuerinnen vor Ort sind einer enormen physischen wie auch psychischen Belastung an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Alleine das Wissen, hier bleiben zu müssen und nicht nach Hause gehen zu können, bedeutet psychischen Stress. Mitunter ist das Internet die einzige Kontaktmöglichkeit mit der eigenen Familie im Herkunftsland bzw. zur Außenwelt generell. Selbst wenn Familienmitglieder der Betreuerinnen erkranken, ist derzeit eine Ausreise von Österreich nicht durchführbar.

 

Wie kann man das Betreuungspersonal unterstützen?

Das ist primär die Aufgabe von uns Agenturen, denn wir sind die ersten Ansprechpartner für die Betreuerinnen vor Ort. Es ist sehr wichtig, dass sich keine unserer  Betreuerinnen alleingelassen fühlt. Wir führen unzählige Telefonate, fragen aktiv nach und wirken beruhigend ein. Denn es gibt überall das Bedürfnis, die gegenwärtige Situation zu besprechen, und die eigenen Ängste teilen zu können. Das Gefühl des „Verstanden-Werdens“ gibt Mut und Hoffnung. Dabei geht es vor allem um die mentale Unterstützung der Betreuungskräfte, die wochenlang ihr Bestes geben und dabei an ihre Grenzen gehen.

 

perfekt-betreut.at, 17. März 2020

Weihnachten 2019

Weihnachten 2019

Wir möchten uns nicht nur bei unseren Betreuern bedanken, welche die Weihnachtsfeiertage weit weg von ihren Familien hier in Österreich bei ihren Patienten verbringen.

Unser Dank gilt auch ihren Angehörigen, die dieses Weihnachtsfest ohne die Mama oder den Papa, ohne den Ehemann oder die Ehefrau feiern müssen.

DANKE für Ihren Einsatz, der so vielen hilfsbedürftigen Menschen ein schönes Weihnachtsfest ermöglicht.

Wenn Kinder pflegen müssen

Wenn Kinder pflegen müssen

Es scheint ein Randthema zu sein, das nicht viele Menschen direkt betrifft. Doch durchschnittlich in jeder Schulklasse befindet sich ein pflegendes Kind. Unterstützung gibt es für die betroffenen Kinder nicht genug.

Es sind viele Kinde, die sich um den Haushalt, die Geschwister und die erkrankten Eltern kümmern müssen: sie putzen die Wohnung, verabreichen Tabletten, wechseln Verbände, leeren den Urinbeutel – Kinder pflegen häufiger ihre Mutter, den Vater oder ihre Geschwister, als bisher angenommen.

Das Thema ist ein großer, weißer Fleck, der wahrlich tabuisiert wird. Ein Grund dafür ist, dass Kinder und gerade Eltern oft Angst vor Behörden haben. Prinzipiell ist es so, dass wenn Kinder den Partner oder einen Elternteil übernehmen oder ersetzen müssen, sie damit die Grenzen der Belastbarkeit überschreiten. In diesen Fällen muss eine professionelle externe Hilfe hinzugezogen werden, denn keinem Kind sollte eine derartige Last aufgebürgt werden. Die Forderung geht daher auch an das Sozialsystem, welches Kindern im vertrauten Umfeld wie der Schule Gehör geben muss und dieses Thema aktiv anzusprechen ist.

Denn eine häufige Folge für pflegende Kinder ist zu einem gewissen Zeitpunkt eine psychotherapeutische Behandlung. Der Alltagsstress der Betroffenen, in denen sie sehr selbstständig auftreten müssen, und ein hohes Maß an Organisationstalent zu beweisen haben wird zu erdrückend. Aber nicht nur psychische Folgererscheinungen, auch körperliche Probleme, etwa durch schweres Tragen Heben, sind keine Seltenheit.

In vielen Fällen brechen soziale Kontakte weg, weil Pflege und Betreuung sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Das Verantwortungsgefühl gegenüber der Familie wird rasch höher als das eigene Empfinden. So wird die Mithilfe im Haushalt, bei der Medikation, bei der körperlichen Hygiene, wie auch die Aufsicht ihrer Geschwister zur Pflicht, die sich ohne fremde Hilfe und Anlaufstellen nicht steuern lässt und die gesamte Lebenssituation und -entscheidungen dominiert.

Deswegen muss man Räume schaffen, in denen gesprochen und zugehört werden kann, in denen Entlastung stattfindet und Sicherheit vermittelt werden kann. Vor allem muss die Angst vor Behörden oder Pflegediensten genommen werden, die frühzeitig helfen können. Wir hoffen, dass dieses Thema endlich enttabuisiert wird und nehmen den Weltkindertag 2019 der UNICEF zum Anlass diese Thematik aufzugreifen.

perfekt-betreut.at, November 2019

Weltdiabetestag 2019

Weltdiabetestag 2019

Diabetes („Zuckerkrankheit“) ist mittlerweile zu einer Volkskrankheit geworden. Zurzeit gibt es in Österreich 600.000 Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind. Im Jahr 2030 werden es in Österreich, vorsichtig geschätzt, mehr als 800.000 sein.

Warum steigen die Zahlen so rasant an? Grund dafür ist, dass der überwiegende Großteil aller Diabetiker Typ-2-Diabetiker sind. Hier spielt Übergewicht und Fettleibigkeit sowie Bewegungsmangel eine entscheidende Rolle bei der Krankheitsentstehung, die auch sehr häufig im Alter auftritt. Als Folge sprechen die Körperzellen zunehmend schlechter auf das Hormon Insulin, das den Zucker aus dem Blut ins Zellinnere schleusen soll. Dazu kommt, dass Betroffene oftmals ein geschwächtes Immunsystem haben und somit häufiger an Infekten und Entzündungen leiden als gesunde Personen.

Daher ist es wichtig, den Blutzucker regelmäßig zu kontrollieren und zu regulieren. Denn Patienten mit einer unzureichenden Blutzuckereinstellung leiden deutlich öfter unter einer Infektion der Bronchien, Lunge, Haut, oder der Harnwege. Grund dafür ist, dass bei unzureichender Glucose-Regulierung die Immunantwort gehemmt wird und auch die oberen Hautschichten werden anfälliger für die Ansiedlung von Bakterien und Pilzen.

Die Kontrolle der Blutzuckerspiegels mittels kapillarer Blutentnahme kann als delegierte Tätigkeit von Heimhilfen wahrgenommen werden. Wir kümmern uns um die notwendigen Schritte, damit eine regelmäßige und zuverlässige Blutzuckerkontrolle gewährleistet ist.

perfekt-betreut.at, November 2019

5 Jahre perfekt-betreut: Unterstützung für Senioren im Alltag

5 Jahre perfekt-betreut: Unterstützung für Senioren im Alltag

perfekt-betreut feiert Geburtstag. Wir haben Hrn. Kutschera, Leiter der Organisation für Seniorenbetreuung, Haushaltshilfe und 24-Stunden-Pflege, zum Gespräch gebeten.

 

Sie bieten Unterstützung im Alltag an: von der stundenweisen Heimhilfe über die Tagesbetreuung bis hin zur klassischen 24-Stunden-Betreuung. Welcher Bereich ist aus Ihrer Sicht am herausforderndsten?

In der Betreuung muss die organisatorische Komponente in vielerlei Hinsicht funktionieren: Verlässlichkeit steht an oberster Stelle, da unsere Klienten auf die Betreuungsdienste angewiesen sind. Hier ist im Bedarfsfall (z.B. im Krankheitsfall des Pflegepersonals) eine rasche Reaktion erforderlich, um Stabilität sicherstellen zu können. Das wichtigste Instrument dafür ist Kommunikation: es ist unsere Aufgabe die Bedürfnisse der Klienten, aber auch des Betreuungspersonals zu kennen, um für Zufriedenheit auf beiden Seiten zu sorgen. Das gilt sowohl für die Kurzbesuche einer Heimhilfe, wie auch für Tagesbetreuungen oder die 24-Stunden-Betreuung: Betreuung und Pflege sind generell sehr intime und persönliche Dienstleistungen.

 

perfekt-betreut hat sich Transparenz und faire Rahmenbedingungen auf die Fahnen geschrieben. Vor allem in der 24-Stunden-Pflege werden nach wie vor immer wieder Missstände medial aufgezeigt. Kämpfen Sie da allein auf weiter Flur?

Die Rahmenbedingungen in der 24-Stunden-Betreuung haben sich in den letzten Jahren entschieden verbessert, hier wurden einige Initiativen vom Gesetzgeber, WKO etc. gestartet. Wir sind auch in Kontakt mit anderen Anbietern, die viel in die Qualität ihrer Arbeit investieren. Ich persönlich sehe das Hauptproblem nach wie vor bei der Beauftragung von Partneragenturen im Ausland, welche die Personalsuche übernehmen. Dadurch wird nicht nur unnötig eine zusätzliche Schnittstelle geschaffen, sondern in Wahrheit auch eine Kernkompetenz und damit viel Kontrolle abgegeben: ich möchte genau wissen wer als Betreuungskraft kommt, wie gut die Sprachkenntnisse sind, wieviel Erfahrung diese Person mit diversen Krankheitsbildern hat etc. Dieser Anspruch erlaubt es mir nicht die Personalsuche auszulagern, die zugegeben teilweise sehr zeitintensiv ist. Auch ist es zeitintensiv während des Betreuungsverhältnisses regelmäßige Qualitätsvisiten abzustatten, aber auch das muss als Investition in eine qualitativ hochwertige Betreuungsleistung gesehen werden.

5 Jahre sind nun seit dem Beginn von perfekt-betreut vergangen. Was hat sich in dieser Zeit verändert?

Ich denke mit Stolz behaupten zu können, dass wir uns in dieser Zeit einen guten Ruf erarbeitet haben. Klienten wie Interessenten wissen, dass wir uns Mühe geben und man Qualität erwarten kann. Wir nutzen jeden Tag um weiter zu lernen, und all das funktioniert nur mit einem Team, das die richtige Einstellung mitbringt: Verlässlichkeit, Motivation, und die Gabe Menschen zuzuhören um Lösungen zu erarbeiten. Dieses Team habe ich, und das macht uns erfolgreich.

 

zur Organisation: Perfekt-betreut wurde im Jahr 2014 gegründet und bietet neben der Hilfe im Haushalt durch Heimhilfen auch Tagesbetreuungen, Nachtbetreuungen sowie 24-Stunden-Betreuungen für Senioren wie hilfsbedürftigen Menschen an. Das Einsatzgebiet erstreckt sich über das Wiener Stadtgebiet und Niederösterreich. Besonderen Wert wird auf das persönliche Service gelegt (eigene Personalsuche, konkrete Ansprechpartner, verlässliche Erreichbarkeit etc.), aber auch Transparenz und faire Arbeitsbedingungen sind Grundprinzipien der Organisation.

perfekt-betreut.at, August 2019

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