12. Mai: Tag der Pflege in Österreich

12. Mai: Tag der Pflege in Österreich

Es gibt Dinge im Leben, für die es sich zu kämpfen lohnt. Gerade die Gesundheit ist eines der wohl höchsten Güter. Zahlreiche Personen stehen täglich auf, um Gesundheit zu ermöglichen und Kranken zu helfen – von Ärzten über Pflegepersonal, bis hin zu Transportdienstleister oder dem Fitnesscoach.

Das österreichische Gesundheitssystem ist sehr komplex, viele Aspekte sind zu hinterfragen, Reformbedarf gibt es seit langer Zeit. Gesundheit ist teuer, und die Kassenleistungen sind wohl eine der wichtigsten Ausgaben unseres Sozialstaats. Hier wird das Gemeinsame gelebt, sodass Bedürftigen geholfen werden kann. An Gesundheitsstandards kann man immer Kritik üben, Tatsache ist aber, dass das österreichische Gesundheitssystem ein sehr hohes Niveau aufweist. Darauf kann man als Versicherter stolz sein – denn schließlich ist genau das unser aller Verdienst.

Wir möchten am Tag der Pflege nicht nur dem Gesundheitspersonal danken, sondern diesen Anlass auch für eine Mahnung an die Politik und den Gesetzgeber nutzen, die hohen Qualitätsstandards in Österreich nicht zu gefährden und Missstände weiter abzubauen. Vor allem im sensiblen Bereich der Gesundheit muss das ein zentrales Anliegen sein. Mehr qualitätssichernde Regelungen, mehr Kontrollen, zielgenauere Förderstrukturen – hier gibt es noch viel Verbesserungsbedarf!

Genauso wichtig ist es aber auch, die hohe Zufriedenheit der pflegebedürftigen Personen hervorzuheben, die mobile Pflegedienste in Anspruch nehmen. Sämtliche Vereine und Organisationen arbeiten hier mit hohem Qualitätsansprüchen an sich selbst. Diese hohe Zufriedenheitsrate geht bei so mancher öffentlicher Diskussion über Missstände im Pflege- und Betreuungsbereich komplett unter – und das ist ungerecht.

perfekt-betreut, Mai 2017

Die Präsidentschaftskandidaten zum Thema Pflege in Österreich

Die Präsidentschaftskandidaten zum Thema Pflege in Österreich

Sie sind noch unentschlossen, welchen der beiden Kandidaten Sie bei der Stichwahl Ihre Stimme geben werden? Ein Interview mit Alexander van der Bellen und Norbert Hofer des Fachmagazins „Pflege Professionell“ beleuchtet die Sicht und Einstellung der Kandidaten zum Thema Gesundheitssystem und Pflege in Österreich.

Das österreichische Gesundheitssystem

Sowohl Hofer als auch Van der Bellen betonen, dass sie nichts von einer Privatisierung des österreichischen Gesundheitssystems halten. Die in manchen Teilen schon weit fortgeschrittene 2-Klassen-Medizin wird von beiden kritisiert. Van der Bellen nennt vor allem die Stärkung der Primärversorgung als zentrales Anliegen, während Hofer sich für den Abbau von Akutbetten und die Zusammenlegung der Krankenkassen starkmacht. Dass die Lebenserwartung steigt und damit neue Herausforderungen auf uns als Gesellschaft zukommen, kommentieren beide Kandidaten mit dem Verweis auf die politische Verantwortung, hier für entsprechende Rahmenbedingungen zu sorgen.

Pflege in Österreich

Konkret auf das Thema Pflege angesprochen bekennen sich beide Politiker zur notwendigen Unterstützung aus der Gesellschaft: der Trend, dass die Zahl der pflegenden Angehörigen rückgängig ist, wird sich auch in Zukunft verstärken. Daher ist bei der Pflege und Betreuung Unterstützung notwendig – oft auch aus dem osteuropäischen Ausland. Diesen Umstand sieht Van der Bellen auch als Chance im Hinblick auf Multikulturalität und Mehrsprachigkeit, Hofer gibt zu Bedenken, dass wir uns auf im Ausland erworbene Qualifikationen nicht blind verlassen sollten.

Die Anerkennung der Leistung aller in der Pflege tätigen Personen verbindet die beiden Kandidaten, die sich darüber einig sind, dass dieser Bereich hinkünftig eine Herausforderung für die Politik bleiben wird.

Lesen Sie die gesamten Interviews in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Pflege Professionell“ von Markus Golla.