Morbus Alzheimer

Was im Körper bei Alzheimer-Erkrankungen passiert

Alzheimer ist die häufigste Demenzform mit einem Anteil von ca. 60 Prozent. Benannt ist sie nach dem Psychiater Alois Alzheimer, der 1901 erstmals die beiden morphologischen Hauptcharakteristika der Krankheit entdeckte:

  • Amyloid-Plaques: körnige Eiweißablagerungen, die durch Verklumpen kurzer Proteinstücke (dem Peptid beta- Amyloid) entstehen.
  • Neurofribillen: faserige Eiweißablagerungen (des Tau-Proteins) innerhalb der Nervenzelle.

 Diese beiden Anomalien sind für zahlreiche Störungen der Hirnfunktion verantwortlich. Sie behindern die Informationsweiterleitung und -verarbeitung zwischen den Nervenzellen. Dadurch werden funktionstüchtige Zellen geschädigt und sterben ab. Das Zusammenspiel der gesamten Nervenzellen ist nun gestört und es kommt zu irreparablen Beeinträchtigungen der Hirnfunktion. Acetylcholin ist der wichtigste Neurotransmitter des peripheren und zentralen Nervensystems, das Funktionen wie Atmung, Blutdruck, Herzschlag, Verdauung sowie Stoffwechsel kontrolliert. Acetylcholin vermittelt auch Signale von den Nerven zur Muskulatur, vermittelt komplexe Funktionen und ist an der Gedächtnisbildung entscheidend beteiligt. Wenn nun im Gehirn Nervenzellen absterben, kommt es zu einem Mangel an Acetylcholin.

Auftreten und Ausbruch

Mehr als 95 Prozent der Alzheimer-Erkrankungen treten erst nach dem 65. Lebensjahr auf und haben keine eindeutige genetische Ursache. Allerdings spielen genetische Faktoren eine ausschlaggebende Rolle. Die Erforschung ist sich ziemlich einig, dass prädisponierende genetische Faktoren im Zusammenspiel mit risikoreichen Umweltbedingungen zusammen wirken.

Trotz wissenschaftlicher Forschung kennt man bis heute nicht die genauen Ursachen für den Ausbruch der Alzheimer-Krankheit.

Diagnose von Alzheimer

In der Regel wird eingangs der betreuende Hausarzt aufgesucht, in weiterer Folge müssen Neurologen bzw. Geriater zugezogen werden. Die Alzheimer-Krankheit setzt nicht plötzlich ein. Sie hat einen schleichenden Beginn, verschlechtert sich allmählich und hat einen progredienten Verlauf mit einer Dauer von 20 bis 30 Jahren. Die Diagnose wird meist beim Auftreten der ersten bemerkbaren Anzeichen gestellt. Von diesem Zeitpunkt an beträgt die Dauer der Krankheit in etwa noch 8 bis 10 Jahre.

 

Symptome der Krankheit

Primär sind die Leitsymptome der Alzheimer-Krankheit: Störungen des Gedächtnisses, der Denkfähigkeit und der Sprache.

Weitere Symptome sind nicht einfach zu generalisieren, da sie bei jeden Betroffenen anders auftreten. Manche einzelne Fähigkeiten können lange erhalten bleiben, während andere sehr rasch abnehmen. Weitgehend hängt dies von Persönlichkeit, Lebensstil, Konditionierung sowie körperlichem Gesamtzustand ab. Wichtig ist jedoch, die typische Entwicklung der Alzheimer-Krankheit zu kennen, um sich auf zukünftige Etappen einzustellen. Das weltweit am häufigsten verwendete Klassifikationsinstrument der Alzheimer-Etappen ist die Global Deterioration Scale (GDS; etwa: „Allgemeine Verschlechterungsskala“) von Dr. Barry Reisberg, die sieben Stadien umfasst.

Einzelne Symptome treten (wie bereits oben beschrieben) nicht immer stadienspezifisch auf. So ist es durchaus möglich, dass ein Erkrankter ein Defizit erst im Spätstadium zeigt, obwohl es bereits im mittleren Stadium angeführt ist und umgekehrt. Einige Symptome können auch gar nicht auftreten oder in jedem Stadium. Die beschriebenen Stadien gehen meist nicht lückenlos ineinander über und während des Verlaufs einer Alzheimer-Krankheit sind auch immer wieder kurze normale Phasen zu beobachten.

Gabriele Harbich, perfekt-betreut.at

siehe auch: Demenz – Krankheit des Vergessens: Häufigkeit, Beschreibung

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