Der 20. November ist der Internationale Tag der Kinderrechte.

Nicht nur Erwachsene pflegen Angehörige. Auch Kinder und Jugendliche befinden sich oftmals in der Situationen einen Elternteil oder einen Bruder/ eine Schwester zu pflegen.
In Österreich gibt es rund 43.000 pflegende Kinder und Jugendliche (Quelle: Parlamentskorrespondenz Nr. 45 vom 29.01.2013).

Für die meisten jungen Erwachsenen sieht der Alltag ungefähr so aus: Man steht auf, geht in die Schule oder zur Uni, lernt vermutlich ein bisschen, nachmittags trifft man Freunde im Café, geht ins Kino, das Wochenende feiert man am besten durch. Doch bei einigen tausend Kindern und Jugendlichnen ist dieser Freiraum nicht gegeben. Kinder in der Pflege – eigentlich eine unzumtbare Situation. Doch die Tätigkeit ist meist keine active, abrupte Entscheidung. Viel eher passiert es schleichend. Kleine Kinder helfen zuerst beim Einkaufen, später übernimmt man vielleicht leichte Pflegearbeiten. Doch dabei bleibt es selten – die Verantwortung wird mit der Zeit immer mehr. Tätigkeiten reichen schließlich bis hin zur Medikamentenverabreichung, Verbands- oder Windelwelchsel. Dass diese Tätigkeiten leicht zur Überforderung führen können, ist offensichtlich. Gerade auch deswegen, weil man innerhalb eines Familienverbandes handelt.

Auch angehende Krankenschwestern berichten darüber, dass es einen Unterschied macht, wenn man die eigenen Angehörigen pflegt. Die psychische Belastung sei eine ganz andere. Viele Kinder und Jugendliche sind geplagt von Schuldgefühlen: sie machen sich Sorgen, dass etwas passsiert, wenn sie nicht da sind. Am Ende bleiben daher viele immer zu Hause –  ein hoher Risikofaktor für die geeignete Entwicklung im Kinder- und Jugendalter.

Das Video zum Thema Kinder in der Pflege.

perfekt-betreut.at

3 Gedanken zu “Pflegende Kinder und Jugendliche

  1. ich denke bei diesen Programmen immer an die sog. „After School Programms“ die ja in den USA von Arnold Schwarzenegger gegründet wurden. Die haben zwar in den USA noch eine viel höhere Bedeutung als in Deutschland oder in dem Fall Österreich aber ich fände so eine Initiative auch hier zu Lande sehr gut. Vielen Dank für den Artikel. Er bringt einen zum Nachdenken

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  2. Danke für den Kommentar und den Verweis auf die After School Programs – in Europa wäre es ungemein wichtig Kinder und Jugendliche an die Thematik Umgang mit den Alter heranzuführen, aber eben mit didaktischer Begleitung. Ich weiß nicht ob es in Deutschland derartige Programme gibt, in Österreich baut man hier in erster Linie auf das Eigenengagement von Lehrern, großflächige Initiativen sucht man vergeblich…

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