Wir werden häufig mit der Frage konfrontiert, ob in der 24h Pflege Betreuerinnen Pausen machen müssen, und ob man in diesen Pausenzeiten selbst anwesend sein muss oder eine weitere Betreuungsform separat organisieren müsse. Den heutigen Beitrag wollen wir dieser Frage widmen.

Zur Beantwortung dieser Frage müssen zwei Aspekte beachtet werden: 1) die rechtlichen Rahmenbedingungen und 2) die Zumutbarkeit einer Dienstleistung

1 Rechtliche Rahmenbedingungen:

Wie hinlänglich bekannt ist, war die rund-um-die-Uhr-Betreuung in Österreich lange Zeit eine Dienstleistung, die keine rechtliche Grundlage hatte. Da dieser Umstand nicht länger akzeptabel war, hat die Regierung mit der Teilnovellierung der Gewerbeordnung im Jahr 2007 Personenbetreuung legalisiert. Damit wurde die Möglichkeit geschaffen, die 24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause legal zu organisieren.

Die meisten Betreuungsverhältnisse werden von Betreuerinnen durchgeführt, die im Besitz des Gewerbescheins „Personenbetreuung“ sind. Sie sind damit selbständig und unterliegen daher auch keinen Schutzbestimmungen wie zB dem AngG, das Urlaubsansprüche, Ruhe- und Arbeitszeiten etc. regelt. Erst dadurch wurde es möglich, legal eine Dienstleistung „rund-um-die-Uhr“ auszuführen. Jeder Unternehmer hat das Recht selbst zu bestimmen, wie und in welchem Umfang er/sie Arbeiten durchführt. Das trifft auch auf Personenbetreuer zu.

Damit ist auch die Frage nach der Pause geklärt: es gibt kein Gesetz, das eine Pause in der 24-Stunden-Pflege vorschreibt oder zwingend regelt. Die Pflegekraft hat vielmehr das Recht im Vorfeld der Betreuung die eigenen Bedingungen anzuführen: besteht sie auf eine tägliche Pause, so muss besprochen werden wie und wann diese Pause in Anspruch genommen werden kann.

2 Zumutbarkeit:

In der Praxis ist in den meisten Fällen eine Lösung schnell gefunden: viele Senioren schlafen zu Mittag oder haben Ruhephasen in ihrem Tagesablauf – eine Zeit, die gerne als Pause genutzt wird. Auch die Anwesenheit von Angehörigen ermöglicht oft eine Auszeit für die Pflegekraft, vor allem an Wochenenden verhilft man so einer Betreuerin zu mehrstündiger Freizeit. Die meisten Betreuerinnen sind sehr bemüht Flexibilität in dieser Frage zu zeigen, ein paar Stunden Freizeit sollte jeder Pflegekraft vergönnt sein. Denn Betreuung ist nicht nur eine physische, sondern auch eine psychische Belastung, von der man sich auch zwischenzeitlich erholen muss.

Gute Agenturen klären diese Fragen bereits im Vorfeld, damit es hier zu keinen Missverständnissen kommt.

 perfekt-betreut.at

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