Die Pflege und Betreuung von Menschen geht mit vielen Berührungen einher – je pflegebedürftiger der Patient, desto mehr physische Unterstützung ist nötig. Hilfe bei der Morgentoilette, Assistenz beim Aufstehen, oder auch bei der Nahrungsaufnahme: was für Pflegekräfte zum Berufsalltag seit vielen Jahren gehört, daran muss sich ein Patient, der mit dieser Situation neu konfrontiert ist, erst einmal gewöhnen – und das braucht Zeit.

Nicht nur Scham spielt eine große Rolle, sondern auch der Verlust von Eigenständigkeit. Es ist kein leichter Prozess sich darauf einstellen zu müssen, dass man bei manchen Handgriffen, gewohnten Bewegungen oder Verrichtungen plötzlich fremde Hilfe braucht. Niemand hat einen darauf vorbereitet, es kommt meist ganz abrupt und oft scheint der Weg zurück in die Selbständigkeit in weite Ferne gerückt zu sein. Seniorenbetreuung ist ein Auf und Ab an Gefühlen: darf man sich bei einem Patienten darüber freuen, dass er den Rollstuhl nur noch selten benutzt und die meisten Wege eigenständig mit Rollator bewältigt, so klingelt kurz darauf das Telefon mit der Nachricht, dass ein anderer Patient ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Doch die schönste Beobachtung ist wohl jene, wenn zwischen Betreuer und Patient ein richtig schönes Betreuungsverhältnis entstanden ist, in dem man sich gegenseitig respektiert und wertschätzt. Das ist gut vergleichbar mit einem kleinen Pflänzchen, das zu Beginn sensibel auf äußere Einwirkungen reagiert, sich mit der Zeit zu einer blühenden und auch robusten Blume entwickelt. Um das zu erreichen, braucht es die Anstrengung von allen Seiten. Auch das Gewähren von Zeit kann im Endeffekt anstrengend und mit viel Geduld verbunden sein, die teilweise schwer aufzubringen ist.
Aber es lohnt sich, weil es schön ist wenn alles gut klappt und man zufriedene Betreuer wie auch Patienten, aber beruhigte Angehörige zu seinem Umfeld zählen darf.

Ein Gedanke zu “Seniorenbetreuung: eine intime Dienstleistung, in der Vertrauen wachsen muss

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