3 grundlegende Pfeiler einer gelungenen Seniorenbetreuung

3 grundlegende Pfeiler einer gelungenen Seniorenbetreuung

Pflege und Betreuung sind intime Dienstleistungen, eine gewissse Vertrauensbasis ist daher Grundvoraussetzung. Wir widmen uns heute den 3 Prinzipien, die sie unbedingt beachten sollten, wenn Sie auf der Suche nach einer Pflegekraft sind. Egal ob nur einige Stunden am Tag oder in der Woche, oder die durchgängige 24h Pflege – die Basis muss stimmen!

Betreuung braucht Zeit

Das wohl größte Problem in der Seniorenpflege ist der Zeitmangel. In vielen Betreuungseinrichtungen kann sich das Personal daher nur auf das Notwendigste beschränken: Verbandswechsel, Körperpflege, Essensaufnahme, Überwachung des Gesundheitszustands. Für eine längere Konversation oder ein gemeinsames Gesellschaftsspiel bleibt meist keine Zeit. Doch genau dieser Faktor ist sehr wichtig im Bereich der Altenpflege: durch Konversation und der aktiven Beschäftigung mit Patienten fordert man diese und regt dadurch physische und psychische Mechanismen an, die das Wohlbefinden steigern. Alleine das Gefühl in Gesellschaft zu sein und zu wissen, dass sich jemand Zeit nimmt um zu plaudern oder gemeinsam einen Spaziergang zu machen lässt den Tag ganz anders erleben. Chronischer Zeitmangel hingegen kann schnell zur Frustration führen, die als Folge von permanenter Langeweile zu verstehen ist. Menschen fühlen sich von der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert und sehen sich selbst oft als Störfaktor – eine bedenkliche Entwicklung. Eine aktive Gestaltung des Alltags muss vielmehr als Vorbeugung, als Prophylaxe negativer Auswirkungen verstanden werden!

Betreuung muss individuell sein

Jeder Mensch hat seinen eigenen Charakter, und danach muss auch die Pflege am Menschen ausgerichtet sein. Nicht jede/r möchte täglich spazieren gehen, für andere ist eine regelmäßige Runde im Freien Pflicht. Oft in der Natur zu sein erzeugt bei vielen Menschen ein Gefühl der Zufriedenheit und inneren Ruhe, andere brauchen das nicht. Bei ihnen kann man diesen Gefühlszustand vielleicht durch Musik oder einen Familienbesuch hervorrufen. Das gilt es auszuprobieren, teilweise auch dadurch, dass von Seiten der Betreuung aktive Vorschläge und Überlegungen gemacht werden. Pflege bedeutet nicht nur Harmonie, sondern auch Forderung. So werden auch Patienten mit Situationen konfrontiert, die ihnen nicht immer behagen. Aber das ist in einer zwischenmenschlichen Beziehung etwas ganz Natürliches, darauf müssen sich beide Seiten einlassen.

Pflege ist intim und braucht daher Vertrauen

Betreuung kann langfristig nur dann erfolgreich sein, wenn Vertrauen erarbeitet wurde. Vertrauen der betreuungsbedürftigen Person, dass man sich auf die Pflegekraft verlassen kann, dass sie um die Bedürfnisse und Wünsche Bescheid weiß und danach handelt. Aber auch in die andere Richtung muss Vertrauen gegeben sein, daher ist von beiden Seiten eine offene und ehrliche Kommunikation unerlässlich. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass die Anzahl der Betreuerwechsel so gering wie möglich gehalten wird. Jeder wird mal krank oder möchte auch gerne ein paar Wochen lang auf Urlaub gehen, das ist ganz normal. Nur sollte in der restlichen Zeit darauf geachtet werden, dass es zu keinem vermeidbaren Betreuerwechsel kommt, denn das verhindert oft, dass Vertrauen in die Betreuung einzieht und dieses Verhältnis festigt.

Tatsächlich ist der häufige Wechsel von Betreuungspersonen ein zentraler Kritikpunkt vieler Anbieter. Vor allem große Organisationen sind aufgrund ihrer Personalstruktur oft nicht in der Lage auf diesen Wunsch einzugehen. Für kleine private Pflegeagenturen ist diese Arbeitsweise jedoch ein zentrales Anliegen, die Umsetzung funktioniert alleine aufgrund der viel intensiveren Beziehung zwischen Patient, Betreuer/in und Agentur meist reibungslos. So ist es nicht nur bei der 24h Pflege, sondern auch im Bereich der stundenweisen Betreuung primäres Ziel ein vertrautes Betreuungsverhältnis langfristig sicherzustellen.

perfekt-betreut.at, Juli 2016

Trinken bei Hitze: die 7 goldenen Regeln

Trinken bei Hitze: die 7 goldenen Regeln

Ausreichend Wasser zu trinken ist an heißen Tagen unerlässlich. Wir vernachlässigen unseren Körper aber trotzdem viel zu oft. Worauf man achten sollte, um genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, haben wir in unserem heutigen Beitrag zusammengefasst:

Wieviel Wasser soll man nun tatsächlich trinken?

Die richtige Antwort auf diese Frage ist mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag. So lautet eine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Das alles gilt jedoch für einen normalen Sommertag. In Hitzeperioden, wenn das Thermometer auf über 35°C steigt, und Sie sich dennoch körperlich betätigen wollen, sei es Sport oder auch die Arbeit im Haus oder Garten, dann steigt der Flüssigkeitsbedarf um mindestens das Doppelte an.

Wichtig ist: trinken Sie regelmäßg!

Hat man Durst, so ist das ein Warnsignal des Körpers, dass der Wasserhaushalt nicht mehr ausgeglichen ist. Mit anderen Worten: wenn man Durst verspürt, ist der Körper bereits ausgetrocknet. Das Durstgefühl tritt erst dann ein, wenn es dem Körper bereits an Flüssigkeit mangelt. Daher sollten Sie vorsorgen und es ist ratsam regelmäßig Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Ein sehr wirkungsvoller Tipp ist das Mitnehmen einer Wasserflasche oder eines großen Trinkbechers, damit Sie Wasser immer bei sich haben und es nicht erst besorgen müssen, wenn es gebraucht wird. So trinken Sie automatisch mehr.

Kann ich meinem Körper schaden, indem ich zu viel Wasser trinke?

Keine Sorge, zu viel Wasser trinken ist nicht gefährlich. Prinzipiell ist zu sagen, dass der Bedarf an Flüssigkeit ist bei jedem Menschen unterschiedlich ist. Nimmt der Körper nun zu viel Flüssigkeit auf und kann nicht alles verarbeiten, so wird der unbenötigte Teil dieser Flüssigkeit auf dem normalen Weg wieder aus dem Körper ausgeschieden. Um rauszufinden, ob Sie zu wenig oder zu unregelmäßig trinken, können Sie unter www.trinkberater.de Ihr Trinkverhalten testen.

Aber Wasser mag ich nicht – geht auch Saft?

Zu Cola oder süßen Säften sollten Sie nur ausnahmsweise greifen. Die bessere Alternative ist tatsächlich das Leitungs- oder Mineralwasser, da es den Durst optimal löscht und keinen zusätzlichen Zucker enthält. Wenn Ihnen Wasser auf Dauer zu langweilig ist, variieren Sie mit ungesüßten Kräuter- und Früchtetees oder verdünnten Frucht- und Gemüsesäften. Die sollten dann aber einen Mindestanteil von zwei Viertel Wasser und einem Viertel Saft haben – eben ordentlich g’spritzt!

Wenn’s heiß ist, mag ich’s kalt!

An heißen Sommertagen ist man schnell dazu verleitet Getränke so kalt wie möglich (vielleicht auch noch mit Eiswürfel) zu genießen. Tatsächlich sollten Getränke aber mindestens zimmerwarm sein. Denn je mehr die Temperatur des Getränks von der eigenen Körpertemperatur abweicht, desto stärker muss der Körper daran arbeiten, diese Temperaturspanne wieder auszugleichen. Die Folge davon ist, dass Sie noch mehr als zuvor schwitzen.

Und mehr als Wasser brauche ich nicht?

Doch, denn wer viel schwitzt, verliert nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Mineralstoffe, die über die Haut ausgeschieden werden. Gesalzene Tees oder Gemüsebrühen sind da hilfreich. Bei großer Hitze werden so die Verluste durchs Schwitzen wieder ausgeglichen.

Und wie ist das mit dem kalten Bier?

Alkohol an heißen Tagen zu konsumieren ist für den Körper ganz schlecht, da in Kombination mit warmer Sommerluft Alkohol rasch zu Müdigkeit führt und zudem die Schweißbildung begünstigt. Und bedenken Sie: Alkohol enthält Zucker!

 

Quelle: die 7 goldenen Regeln beim Trinken

Die Seele geht: Demenz zwingt zum Abschiednehmen.

Die Seele geht: Demenz zwingt zum Abschiednehmen.

Aus einem Gespräch mit einer Angehörigen, die ihren demenzkranken Vater pflegte:

Pflege macht ungeduldig. Nicht weil alles viel zu lange dauert; das auch; aber in erster Linie deswegen, weil es dir deine gesamte Kraft raubt. Man muss schon bewusst darauf achten, dass diese Ungeduld nicht in Grobheit umschlägt, denn oft ist man verleitet grobe Dinge zu sagen oder noch bestimmter als sonst aufzutreten, um der Situation Herr zu bleiben. Aus Angst, aus Verzweiflung – ich weiß es nicht genau.

Und zu allem Überdruss erfährt man bei demenzkranken Menschen eigentlich keine Dankbarkeit – ich hab’s zumindest so empfunden. Mit dem zeitlichen Abstand, den ich jetzt zu diesen Ereignissen haben, muss ich mir auch eingestehen, dass ich vielleicht auch falsche Erwartungen hatte. Ich wollte den eigentlichen Charakter meines Papas nochmal erfahren, zumindest in einzelnen Momentaufnahmen. Wie früher eben, als er auf mich aufpasste und mir Spielsachen bastelte, mir das Leben zeigte.

Aber das war weg, die Rollen hatten sich gedreht. Damit war ich eindeutig überfordert, weil mir das so nahe ging – Tag für Tag. Ich kämpfte für die Rückkehr des eigentlichen Ichs meines Papas, aber die Demenz hat dieses Ich gestohlen, und zwar unwiederbringlich. Dafür empfinde ich jetzt noch immer Zorn, denn ich kann auch heute noch nicht beschreiben wie schlimm es ist einen vertrauten Menschen zu verlieren, der körperlich aber da ist. Er geht und er bleibt zugleich – wer soll das schon verstehen?

Ich bilde mir ein, dass ein plötzlicher Abschied viel erträglicher gewesen wäre. Die Trauer wäre auch dann groß gewesen, nur würde man sich nicht mit einem schlechten Gewissen herumplagen, warum man nicht immer freundlich gewesen ist, warum man nicht noch mehr Verständnis in manchen Situationen aufbringen konnte. Und ja, ich gebe es zu: in einzelnen Gedanken überlegt man sich, wann das wohl alles vorbei wäre.

Der Abschied auf Raten – ich konnte damit nicht gut umgehen, ich bezweifel auch ob wir Menschen dafür geschaffen sind. Wird man in eine solche Situation gezwungen, so muss man sie ohnehin ertragen. Ohne Hilfe und auch den Blick von außen hätte ich es nicht geschafft, ich war auch so an meiner Belastbarkeitsgrenze angelangt. Mein Papa war ein toller Mensch, und er hat ein vorbildliches Leben geführt. Er war für seine Frau da, für seine Familie und Freunde. Und auch Alzheimer war ein Teil dieses Lebens, so wie jeder andere auch.

Wir unterstützten die Familie mit stundenweiser Betreuung, um den Alltag etwas erträglicher zu machen.

Wenn du weißt es geht nicht mehr – pflegende Menschen am Rande der Erschöpfung

Wenn du weißt es geht nicht mehr – pflegende Menschen am Rande der Erschöpfung

Elisabeth R. erzählt von ihrer Pflegetätigkeit zu Hause:

Für meine bettlägrige Mutter da zu sein war eine Selbstverständlichkeit für mich. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Wir hatten einen Notknopf installiert, der mich über einen Alarm weckte wenn Hilfe benötigt wurde. Ich stand gerne auf, für mich war es nur wichtig zu wissen, dass alles in Ordnung ist. Wenn mich wer fragen würde wie oft ich denn geweckt wurde in der Nacht – es spielte keine Rolle. Viel wichtiger war zu wissen, dass es allen gut ging, das war meine Aufgabe, meine Verantwortung.

Gleichzeitig war mir auch bewusst, dass die Arbeit meines Mannes das war, was die Pflege bei uns daheim erst ermöglichte. Ich war und bin ihm noch immer unheimlich dankbar dafür, dass er uns in dieser schwierigen Zeit so intensiv unterstützt hat. Wir mussten alle an einem Strang ziehen um die Situation bestmöglich zu meistern, und das ist uns denke ich auch gut gelungen.

Meine Mutter litt an einem Gehirntumor, ihre Krankheit war unheilbar und schritt rasch voran. Konnte sie einige Wochen zuvor noch die Toilette selbst aufsuchen, so war eine Weile später daran gar nicht mehr zu denken. Wir konnten alle – und ich wähle dieses Wort bewusst – den geistigen und körperlichen Verfall meiner Mutter mitverfolgen. Ich besonders, weil ich natürlich meist als Erste merkte, wenn wieder ein Stück Selbstverständlichkeit verloren ging. Traurig ist man schon, nur hat man eigentlich keine Zeit um lange über die Vergangenheit nachzudenken. Das tat auch ich nicht, vielmehr musste man in dieser Situation funktionieren. Und jetzt im Nachhinein denke ich mir oft, dass das auch gut war. Denn rückblickend würde ich es fast als eine Zumutung beschreiben, wenn man als Tochter so einer Situation ausgesetzt ist. Da kommt auch Wut und Verzweiflung hoch, was mir damals gut gelungen ist zu unterdrücken.

Dieses Funktionieren ging genau bis zum Zeitpunkt des Todes meiner Mutter. Danach war alles vorbei, meine Kraft war weg. Ich konnte nicht einmal das Begräbnis mehr alleine organisieren, obwohl ich mich darauf mental schon so oft vorbereitet hatte. Ich hatte schlichtweg keine Kraft mehr dazu! Und da wurde mir bewusst, wie sehr ich die ganzen Monate dieser Pflegetätigkeit hindurch gefordert war. Nein, es hätte nicht länger dauern dürfen – zumindest nicht in dieser Konstellation. Wir hätten das anders organisieren müssen, um es längerfristig gut zu schaffen.

Menschen funktionieren, wenn die Situation es schlichtweg abverlangt. Wir können Höchstleistungen erbringen und eine Kraft aufbringen, die niemand für möglich hält. Nur darf man nicht vergessen, dass dieser Adrenalinstoß, diese ständige Bereitschaft seine eigenen Grenzen  zu überschreiten, zeitlich beschränkt ist. Auch mir war’s zu viel, keine Frage. Aber es war andererseits abzuschätzen, dass diese Situation zu keinem langfristigen Zustand wird.

Ich hoffe, dass mein Einsatz genug war. Gleichzeitig kann ich rückblickend sagen, dass ich alles gegeben habe: ich weiß jetzt, mehr wäre nicht gegangen. Und das stimmt mich zufrieden.

“Wie das Wetter im April” – Aus dem Tagebuch einer pflegenden Angehörigen — Pflegende Angehörige

Mutter startete vor 10 Tage wieder mal um 6h morgens wie so oft ins Krankenhaus zum vereinbarten Termin. Es war ihr nicht mehr recht gut gegangen die Tage vorher. Alles blühte – der Wald, die Bäume, der Löwenzahn. Gelb wohin man schaute. Chemo wie gehabt, am nächsten Tag sollte sie wieder nach Hause kommen. Ja, […]

über “Wie das Wetter im April” – Aus dem Tagebuch einer pflegenden Angehörigen — Pflegende Angehörige