Kosten der Pflege zu Hause

Häufig werden wir gefragt, warum der Stundensatz bei der 24-Stunden-Betreuung doch einiges unter jenem der stundenweisen oder tageweisen Pflege liegt. Das hat einen einfachen Grund: die Personen, welche die Pflege durchführen, müssen anders entlohnt werden.

Entscheidend ist die Frage, ob eine 24-Stunden-Betreuungskraft für die Arbeit in Österreich anreist, oder ob sie hier – wie bei der stundenweisen Betreuung üblich – wohnhaft ist. Wohnhaft bedeutet in anderen Worten, dass eine Miete zu zahlen ist, oft auch ein Auto mit entsprechender Versicherung, auch der Frisörbesuch oder die Theaterkarte kostet hierzulande entschieden mehr als bei unseren osteuropäischen Nachbarn. All das ist zu berücksichtigen und auch in Relation mit anderen Diensten (was zahle ich pro Stunde für zB Haushaltshilfen, Kinderbetreuung etc.) zu setzen.

Zusätzlich muss bedacht werden, dass die Förderungen bei stundenweiser Betreuung sich oft nur auf das Pflegegeld beschränken. Nimmt man eine 24-Stunden-Betreuung in Anspruch, so steuert das Sozialministerium EUR 550 bei. Auch das trägt entscheidend zum Preisunterschied bei.

Das Thema Pflege ist eindeutig ein sehr Schwieriges was die finanzielle Komponente betrifft: es gibt zahlreiche Bestrebungen Pflege durch breitere Ausbildungsangebote aufzuwerten. Das ist mit Sicherheit zu begrüßen, auf der anderen Seite muss man auch die Kosten im Blickfeld behalten, denn Pflege muss leistbar bleiben! Auch unter der Berücksichtigung demographischer Gegebenheiten (Anzahl der pflegebedürftigen Personen ist im Anstieg) muss Personenbetreuung in Zukunft funktionieren.

perfekt-betreut.at

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3 Gedanken zu “Stundenweise Pflege vs. 24-Stunden-Pflege

  1. Offensichtlich ist die 24h Betreuung das „Allheilmittel“ für die demographische Entwicklung. Gezielt eingesetzt ist es als Betreuungsform zu akzeptieren, aber mittlerweile wird sie nach dem Gießkannenprinzip samt Förderung für viele pflegebedürftige Menschen eingesetzt, egal ob 4,6,10 oder 24 Stunden/Tag -Nacht eine Betreuung und Pflege erforderlich ist. Die Förderung in Österreich nach einer mobilen Tagesbetreuung ist zu forcieren um auch professionelle Pflege für unsere Seniorinnen und Senioren gewährleisten zu können.

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  2. Das ist ein sehr guter Punkt! Erst letzte Woche entschied sich eine Familie für die 24h Betreuung statt einer (ursprünglich angefragten) stundenweisen Betreuung. Die Begründung war „es kostet dasselbe!“. Gut, im konkreten Fall ist aufgrund der fortschreitenden Demenz die ständige Anwesenheit einer Betreuerin von Vorteil, nur zeigt das Kostenargument ganz klar, dass die Förderung zu einseitig ist.

    Warum ist 24h-Betreuung ähnlich teuer wie stundenweise Betreuung? Hier spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, vorranging ist jedoch der Lebensumstand der Pflegekraft zu nennen: eine Betreuerin, die in Österreich stundenweise Seniorenbetreuung leistet, lebt in Österreich, zahlt hier Miete und hat vielleicht auch ein Auto etc. – alles auf österreichischem Preisniveau – wie im Beitrag auch angedeutet.

    Anders gestaltet sich die Situation bei der 24h Pflege: neben kostenloser Wohnmöglichkeit während des Arbeitseinsatzes ist hier zusätzlich zu berücksichtigen, dass die Lebenshaltungskosten im Herkunftsland geringer sind. Ein Tagesverdienst von 50-80 EUR, den die meisten Betreuerinnen für ihren Einsatz hierzulande verbuchen können, erhält dadurch einen anderen Stellenwert. Dazu kommt nun auch noch, dass die 24h-Betreuung mit 550 EUR monatlich staatlich gefördert wird. Das verursacht natürlich das von Ihnen angesprochene Ungleichgewicht, das beseitigt gehört.

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